12 Feuerwehren – ein Regenbogen

Am Samstag, den 14.06.2014 fand die gemeinsame Aktion „Regenbogen 2014“ im Bereich der ehemaligen Flusssperre zwischen Herleshausen und Göringen statt. Die beteiligten Feuerwehren haben nicht nur an einem Kunstprojekt teilgenommen, sondern auch die Freundschaft zwischen Ost und West unter Beweis gestellt. Von daher war es besonders erfreulich, dass auch ca. 100 Zuschauer die Veranstaltung besuchten. Die Begrüßung wurde vom Herleshäuser Wehrführer Mario Mißler sowie vom Bürgermeister Burkhard Scheld durchgeführt. Sie überbrachten die herzlichsten Grüße vom Gemeindebrandinspektor Udo Schulz, welcher zu der Zeit im Urlaub verweilte.

Insgesamt konnte Bürgermeister Burkhard Scheld 12 Feuerwehren aus Thüringen und Hessen begrüßen. Überwältigend war insbesondere die große Anzahl der Teilnehmer. Laut der Kräfteübersicht beteiligen sich 89 Kameradinnen und Kameraden an der diesjährigen Kunstaktion im Bereich der damaligen Flusssperre.

Nach 2000 und 2009 war es die 3. gemeinsame Regenbogen-Aktion in dieser Art und Weise. Insgesamt trafen sich in diesem Jahr an 22 verschiedenen Orten zwischen der Lübecker Bucht, über Herleshausen/Wartha, bis hin zur Adria die Feuerwehren, um jeweils einen Regebogen zu erzeugen.

Neben dem künstlerischem Interesse von Alois Oellinger diente die Aktion aber vor allem dazu, um gemeinsam an die Grenzöffnung und der anschließenden Wiedervereinigung zu gedenken. Der Regenbogen war hierbei als ein Zeichen der Hoffnung und der Versöhnung zwischen Ost und West zu verstehen. Dies stand bei dem großen Aufeinandertreffen der Feuerwehren aus Neustädt, Wommen, Lauchröden, Willershausen, Herleshausen, Altefeld, Archfeld, Göringen, Neuenhof, Unterellen, Nesselröden und Markershausen vor allem im Vordergrund.

Inzwischen sind fast 25 Jahre vergangen. Was bleibt sind vor allem die Erinnerungen. „Wir alle sind froh und glücklich, dass es so ist, wie es jetzt ist“ so Mißler zu Beginn der Veranstaltung. Eine Grenze zwischen Ost und West wollen wir uns nicht mehr vorstellen! 25 Jahre ist eine lange Zeit. Viel hat sich verändert, doch Unterschiede sind im Bereich des Feuerwehrwesens noch immer zu erkennen.  Doch das Wesentliche ist in beiden Bundesländern deckungsgleich. Die Feuerwehren verfolgen alle das Ziel, die Bevölkerung zu schützen und im Notfall zu helfen. Und hierbei steht das Ehrenamt stets im Vordergrund. Die Feuerwehren leisten unentgeltlich ihren Dienst, um Menschen, Tieren und Sachwerten in gefährlichen Situationen vor Schlimmeren zu bewahren. Das System „Freiwillige Feuerwehr“ ist weltweit einmalig. Viele Länder beneiden uns für diese vorbildliche Struktur. Hierauf können wir zu Recht stolz sein. Hierzu passt auch die nachbarschaftliche bzw. gegenseitige Hilfe. Auch hier schrecken die Feuerwehren im ehemaligen Grenzverlauf nie zurück. „Es ist inzwischen völlig normal, dass hessische Einheiten in Thüringen bzw. thüringische Einheiten in Hessen eingesetzt werden.“ Diese Hilfe ist für die Bevölkerung durchaus wertvoll und war vor 25 Jahren kaum vorstellbar. Im Zeitalter des Mitgliederschwundes in den Freiwilligen Feuerwehren muss diese länderübergreifende Zusammenarbeit weiterhin verfestigt und verstärkt werden.

Aber noch etwas Wesentliches haben die Feuerwehren aus Thüringen und Hessen gemeinsam. Die Kameradschaft. Das ist und bleibt die Stärke einer jeden Feuerwehr. Und diese Kameradschaft wird nun auch schon knapp 25 Jahre über die Landesgrenze hinaus gepflegt. Jedes Jahr treffen die Feuerwehren aufeinander, um gemeinsam zu üben, aber vor allem das Miteinander zu pflegen. Deswegen war es auch eine logische Folge, dass die Kunstaktion „Regenbogen 2014“ erneut gemeinsam durchgeführt wurde.

Allerdings waren die Wettervoraussetzungen nicht optimal.  Die Sonne versteckte sich hinter den Wolken. Die beteiligten Feuerwehren gaben allerdings nicht auf. Aus 16 Strahlrohren wurde unter Anweisungen von Rainer Müller eine Wasserkuppel erzeugt. Durch den Wassernebel sollte der Regenbogen entstehen. Über eine halbe Stunde warteten die Kameradinnen und Kameraden auf den entscheidenden Sonnenstrahl. Um 16:31 Uhr war es dann endlich soweit. Für ca. 2 Minuten blinzelte die Sonne aus dem bedeckten Himmel. Die Aktion nahm somit einen guten Verlauf. Für einen kurzen Moment war der Regenbogen über der Landesgrenze sichtbar. Die Freude aller Anwesenden war deutlich spürbar.

Gemeindebrandinspektor Udo Schulz grüßte zum Abschluss der Veranstaltung aus der Ferne „möge der entstandene Regenbogen alte und neue Freundschaften stiften und festigen.“ Die Aussage kam bei den Anwesenden an. Bis in die Abendstunden wurden Gespräche vertieft und Freundschaften zwischen Ost und West intensiv gepflegt.

Die Feuerwehren waren sich abschließend einig: In 2019 wird es erneut eine Aktion „Regenbogen“ im Grenzverlauf um Herleshausen geben!

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