Feuerwehr – Chronik

Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Herleshausen

Feuer, Feuer!

Wenn dieser Ruf noch vor nicht allzu langer Zeit durch den Ort schallte, dann musste man mit dem Schlimmsten rechnen. Noch bis in die 1850er Jahre gab es in den meisten Orten keinen organisierten Brandschutz. Die Folge waren verheerende Brände die meist ganze Straßenzüge vernichteten. So auch im Jahr 1845, als ein Feuer in der Hintergasse, vermutlich durch Kinderhand gelegt, 13 Gebäude in Schutt und Asche legte.

Dieser, hoffentlich letzte, große Brand in Herleshausen wird wohl auch ein Auslöser für die folgende Schritte gewesen sein.

Männer aus anderen Vereinen, meist aus Turnvereinen, schlossen sich zusammen, um letztlich im Brandfall zu helfen. Mit einfachsten Mitteln, wie Eimer, Leitern und Einreißhaken, wurde versucht zu helfen. Da man aber schnell einsah, dass dies nicht ohne eine umfangreiche Ausbildung erfolgreich durchzuführen ist, wurden eigene Abteilungen gegründet. Diese ersten Brandschützer passten aber bald nicht mehr in einen Turnverein und machten sich schnell selbstständig. In vielen Orten in Deutschland wurden Freiwillige Feuerwehren gegründet. In Herleshausen war das im Jahr 1875 der Fall.

Wie es in preußische Zeit üblich war, wurde die Feuerwehr sehr militärisch organisiert. Neben dem Hauptmann, der das Sagen hatte, gab es Feldwebel und andere Dienstgrade. Erschien man nicht zum Dienst oder war nicht bei der Sache, musste Strafgeld gezahlt werden.

Aber auch der technische Fortschritt ließ nicht lange auf sich warten. Bald waren pferdegezogene Handdruckspritzen angeschafft. Das besondere hierbei: Sowohl die Gemeinde als auch die landgräfliche Gutsverwaltung schaffte eine eigene Handruckspritze an.

Das war ein großer Fortschritt in der Löschtechnik.

Eine Besonderheit war das Nebeneinander einer Freiwilligen Feuerwehr und einer Pflichtfeuerwehr. Die Freiwillige Feuerwehr hatte im Jahre 1876 eine Stärke von 113 Männern und die Pflichtfeuerwehr von 11 Männern.

Es gab einen ersten, einen zweiten und einen dritten Spritzenzug, einen Steigerzug (Leitern), eine Rettungsmannschaft und eine Wachmannschaft. Statt Funkgeräte und Sirene gab es einen Hornisten.

Nachbarschaftliche Löschhilfe wurde damals schon großgeschrieben. Am 6. Februar 1883 brannte es in Sallmanshausen.  36 Männer aus Herleshausen machten sich auf den Weg und waren im Einsatz.

Ein neuer Meilenstein in der Brandbekämpfung in Herleshausen begann im Jahr 1907. Herleshausen bekam eine Wasserleitung!

Damit intern alles in ordentlichen Bahnen geregelt war, gab es ein eigenes Strafsystem der Feuerwehr . Nathan Ochs musste z. B. gleich eine Mark zahlen, weil er sich ohne Erlaubnis vom Dienst entfernt hatte.

Ab dem ersten Weltkrieg

Die Folgen des ersten Weltkriegs für die Freiwillige Feuerwehr Herleshausen waren sicher auch verheerend, wurden aber nicht in Protokollen festgehalten.

Den Geist der Revolution nach dem Krieg spürte man auch bei der Feuerwehr Herleshausen. Vor allem bei den jüngeren Mitmenschen. Die Beteiligung an den Übungen ließ sehr zu wünschen übrig. So drohte der Hauptmann eine unangemeldete Alarmübung und die rücksichtslose Bestrafung der Unentschuldigten an.

Aber auch bei den Einsätzen schien in dieser Zeit die Moral gelitten zu haben. Als man am 8. Mai 1921 in Wommen nach einem Gewitterregen helfen sollte, musste insgesamt 30 Minuten gewartet werden, bis die letzten Feuerwehrmänner am Alarmplatz erschienen.

Manches hat sich aber bis heute nicht geändert: Im Jahr 1921 musste die Anschaffung von fortschrittlichen Schlauchkupplungen zurückgestellt werden. Die Gemeinde hatte schon damals kein Geld.

Im Jahr 1930 wurde die Wehr immer noch von einem Hauptmann und seinem Stellvertreter geführt. Es gab einen Schriftführer und einen Kassierer. Die Mannschaft war in einen Steigerzug mit Steigerzugführer und Stellvertreter, in einen 1. und 2. Zug mit je einem Zugführer und Stellvertreter, einen Hydrantenzug mit Hydrantenzugführer und Stellvertreter und einer Wachmannschaft mit Wachmannschaftszugführer und Stellvertreter unterteilt. Auch das Ehrengericht innerhalb der Feuerwehr hatte noch bestand.

Im Jahr 1930 wurde beschlossen eine neue Leiter zu beschaffen. Die Alte war schon seit drei Jahren nicht mehr einsatzfähig. Am 26. März 1931 war es soweit. Die Fa. Schäfer aus Eschwege übergab die neue Leiter an den Steigerzug. Nach einem Belastungstest wurde sie in den Feuerwehrdienst übernommen.

Nachdem im Sommer 1930 ein Blitz in den Kirchturm einschlug, testeten die Brandschützer im Oktober 1931 welche Höhe sie mit ihren Spritzen erreichen können. Mit Wasser aus dem Hydranten kam man bis zur Unterkante der Kirchturmuhr, mit der Handspritze bis zur Turmspitze. Wohlgemerkt, mit der Handspritze(!), da war gutes konditionelles Training gefragt.

Um den eigenen Brandschutz zu verbessern, wurde im Mai 1932 ein Abkommen mit der Gemeinde Gerstungen getroffen. Im Ernstfall sollte die Motorspritze aus Gerstungen zu einem günstigen Preis in Herleshausen eingesetzt werden.

Mit Lauchröden wurde die nachbarschaftliche Löschhilfe vereinbart, diese gestaltete sich kostenfrei.

Die Schulung in der Feuerwehr Herleshausens war schon immer auf dem neuesten Stand der Technik. Am 15. Dezember 1932 wurde das wieder einmal bewiesen. Mit Lichtbildvorträgen über die Wasserversorgung und Druckschläuche wurden die Wehrmänner mit damals modernen Medien geschult. Als Belohnung für Ihren Lerneifer und Ihre Aufgeschlossenheit dem Modernen gegenüber, spendierte ihnen die Gemeinde ein Glas Bier. Man wusste also, wie man die gute Laune erhält.

Auch die Unfallverhütung war öfter Thema in den Schulungen. Die neusten Vorschriften aus dem Jahre 1933 regelten beispielsweise den Transport der Wehrmänner. Auf der Spritze durften nur noch vier und auf dem Beiwagen nur noch 16 Leute sitzen. Der Rest musste mit dem Fahrrad hinterher fahren. Da war mal wieder Ausdauer gefragt.

Das dritte Reich

Ende des Jahres 1933 kommen die ersten Überlegungen auf, eine Motorspritze für den hiesigen Feuerwehrbezirk anzuschaffen. Am 1. April 1934 war es soweit. Die neue Motorspritze wurde für 3.431,75 Reichsmark gekauft. Sie wurde von der Fa. Köbe aus Luckenwalde geliefert. Die passenden Schläuche dazu von der Fa. Schäfer aus Eschwege.

Doch damit bekam man auch moderne Sorgen. Der Einsatz der Handpumpen war noch sehr personalintensiv. Für die Bedienung der Motorspritze brauchte man nicht mehr so viele Männer. Also wohin mit Ihnen? Die „Alten“ wurden heimgeschickt! Alle Kameraden über 44 Jahre wurden in den Ruhestand versetzt, dass heißt, sie mussten aus den aktiven Dienst der Feuerwehr ausscheiden. Die komplette Feuerwehr wurde umgekrempelt. Es wurde eine neue Führung gewählt und auch die Einteilung der einzelnen Züge wurde angepasst. Mit den schönen Worten, die Feuerwehr doch auch weiterhin zu unterstützen, wurden die Ausgeschiedenen verabschiedet. So sehr ändern sich die Zeiten. Heute sind alle Beteiligten dankbar, dass die älteren Kameraden noch aktiven Dienst betreiben und den örtlichen Brandschutz aufrecht erhalten.

Erwähnenswert ist aus dieser Zeit, dass neue Uniformen angeschafft und die heutigen Dienstgradnamen eingeführt wurden.

Die militärischen Einflüsse beschränkten sich in der Feuerwehr bis ins Jahr 1934 nur aufs Marschieren und Exerzieren. Doch Änderungen kündigten sich schon 1934 an. In einer Versammlung am 2. März 1934 wirbt Lehrer Messerschmidt für den Reichsluftschutzbund. Zum Schluss der Feuerschutzwoche 1934 hält Hauptlehrer Horn eine Ansprache. Er schließt seine Rede mit den Worten: „Der Einzelne ist nichts, das Volk ist alles”. Das Horst-Wessel-Lied erklingte und mit einem dreifachen „Sieg-Heil” wurde die Versammlung geschlossen. Reich und Wehr ließen sich in den folgenden Jahren immer schwieriger trennen. Zusammen mit dem Reichsluftschutz wurden Alarmübungen durchgeführt. Die Wehr besuchte geschlossen politische Veranstaltungen und ging auch geschlossen zu „Wahlen”, um, wie steht es im Protokoll: „unseren großen Führer mit ihrem Ja zu danken”. Auch Verdunklungen wurden geübt.

Am Heiligabend 1938 stießen zwei Züge im Bahnhof Wartha zusammen und gerieten in Brand. Zusammen mit den Eisenachern Feuerwehrkameraden wurde das Feuer gelöscht. Ein Großeinsatz für alle damals Beteiligten!

Noch geht der Feuerwehrdienst vor SS- und SA-Dienst sagt ein Erlass des stellv. Reichsführers R. Hess, der am 30. Juni 1939 in der Feuerwehr bekannt gegeben wurde. Während den in die Wehrmacht eingezogenen Feuerwehrkameraden Ende des Jahres „Liebesgabenpakete” und Weihnachtspakete geschickt wurden, hatte die „Reichsführung” Besonderes im Sinn. Am 28. Dezember 1939 wurde bekannt gegeben, dass die Freiwillige Feuerwehr aufgelöst wurde. Da man aber die Brandschützer brauchte, wurden sie als Hilfspolizeitrupp unter staatliche Aufsicht gestellt. Im Januar 1940 wurde auch die HJ (Hitlerjugend) in die Feuerwehr eingereiht. Die HJ stellte 18 „Mann” zur Unterstützung der Feuerwehr ab.

Schon im Sommer 1940 machte sich das Fehlen der aktiven Mitglieder in der Wehr bemerkbar. Die Züge mussten neu eingeteilt werden. Auch die drohenden Gefahren zeichneten sich ab. Herleshausen lag in der 15 km Gefahrenzone rund um Eisenach. Ein Fliegerangriff verhinderte schon am 21. Juli 1940, das Erscheinen des Kreiswehrführes zur Bezirksübung in Herleshausen.

Ortsgruppenleiter und Bürgermeister teilten am 3. November 1940 den Feuerwehrkameraden mit, dass alle dienstfähigen Männer aufgefordert werden sollen, sich zum Sicherheitsdienst und in die Feuerwehr „freiwillig” zu melden. Zum Weihnachtsfest 1940 waren schon 40 Feuerwehrkameraden in der Wehrmacht. Am 2.September 1941 stirbt Kamerad Willy Regensburger den „Heldentod für Führer, Volk und Vaterland”. Der erste im Protokoll erwähnte Kriegstode der Feuerwehr Herleshausens. Weihnachten 1941 wurden schon 50 Weihnachtspakete an die Front geschickt.

Auch in der Feuerwehr mussten kriegsbedingte Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden. Damit bei einem Luftangriff nicht das gesamte Material zerstört wird, wurde es an verschiedenen Stellen gelagert. In den Schulungen behandelt man Kampfstoffe und das Verhalten bei Luftalarm. Gasmasken wurden ausgegeben. 72 Kameraden erhielten Weihnachten 1943 ein Päckchen an die Front! 8 Kameraden der Wehr waren bis dahin gefallen. Im Mai 1943 wurde die Feuerwehr der SS und Polizeigerichtsbarkeit unterstellt.

Das sich Investitionen in die technische Ausrüstung der Feuerwehr bezahlt machen, kann man meist nicht sofort aber doch immer im Laufe der Jahre feststellen. Als am 21. April 1942 durch einen Blitz in Nesselröden eine Scheune brannte, konnte durch die einheimische Handspritze das Feuer nicht gelöscht werden. Nachdem die Herleshäuser Motorspritze in Stellung gebracht war, wurde das Feuer schnell gelöscht.

Am 2. September 1942 riss das Hornsignal die Feuerwehrmänner um 2.45 Uhr aus allen Träumen. Das Sägewerk brannte. Mit Wasser aus der Werra konnte schon um 3.05 Uhr mit den Löscharbeiten begonnen werden. Aber selbst mit der Motorspritze war das Sägewerk nicht mehr zu retten. Sogar die Motorspritze aus Eisenach wurde angefordert, weil man befürchtete, dass der Funkenflug den Gutshof in Brand steckte. Die Eisenacher brauchten eine Stunde und fünfzehn Minuten nach Herleshausen, mussten aber nicht mehr eingreifen, da die einheimischen Wehrmänner das Feuer im Griff hatten. Dabei hat die Motorspritze endgültig ihre Bewährungsprobe bestanden. Sie lief bei dem Einsatz ununterbrochen 6 Stunden lang!

Im Oktober 1943 werden zwei Frauengruppen als Feuerwehrhelferinnen aufgestellt. Es gab aufgrund des Krieges nicht mehr genügend Männer.

Der Einzug der Amerikaner beendete im April 1945 nicht nur den Krieg im Ort, sondern auch erst einmal die Übungen der Feuerwehr. Sie brachten aber noch mal Arbeit für die Brandschützerinnen und Brandschützer, da durch Beschuss mehrere Gebäude in Brand gerieten. Nach Absprache mit den Amerikanern durften die Gebäude nacheinander gelöscht werden.

Ein ungewöhnlicher Einsatz beendete die Kriegseinsätze der Herleshäuser Feuerwehr. Am Hahnhof musste der Brunnen ausgepumpt werden, den Zwangsarbeiter auf dem Heimweg verunreinigt hatten.

Das traurige Ergebnis des Krieges für die Herleshäuser Feuerwehr:

Elf Kameraden waren gefallen und zwei vermisst. Eine traurige Bilanz!

Nachkriegszeit

Am 1. November 1945 wurde die Feuerwehr in Herleshausen neu aufgestellt. Die Normalität kehrte langsam wieder ein.

Die Feuerwehrmänner wurden neu eingekleidet. Die Schulungen und Übungen behandelten wieder Feuerwehrthemen und auch die ersten Lehrgänge an der Feuerwehrschule Kassel wurden besucht. Im Mai 1947 hatte die Wehr wieder 80 Mitglieder. Da war vom Bürgermeister fleißig nachgeholfen worden, sich freiwillig zu melden!

Die gute, alte, kleine Handdruckspritze verließ am 29. Juni 1947 ihre alte Herleshäuser Heimat. Die frühere Schlossspritze ging zur Feuerwehrschule nach Kassel, um da als Übungsobjekt zu dienen. Im Tausch bekamen die Herleshäuser einen gebrauchten Tragkraftspritzenanhänger mit Luftreifen. Auch eine Kriegsbeute wurde damals in Herleshausen gemacht, eine zweite Motorspritze, von den Amerikanern. In einem würdigen Rahmen wurden am 27. Dezember 1947 die Feuerwehrhelferinnen verabschiedet.

Der Bürgermeister lud 20 junge Männer zu einer Zusammenkunft mit der Feuerwehr ein. Er begrüßte sie und nahm sich ihrer an. Er appellierte an ihr Pflichtbewusstsein und sprach, zusammen mit dem Wehrführer, noch viele andere schöne Worte. Damals hat es Wirkung gezeigt, alle Anwesenden meldeten sich freiwillig in der Feuerwehr an. Wenn man nur wüsste, was sie alles gesprochen haben. Ein paar magische Worte um Mitglieder zu werben fehlen vergleichsweise in der heutigen Zeit.

Die Motorisierung beginnt

Im Jahre 1955 wurde ein Kostenvoranschlag für ein Löschfahrzeug eingeholt. Dann, im Jahre 1958 war es endlich soweit. Am 16. März konnte ein Löschfahrzeug, natürlich ein Mercedes, in Empfang genommen werden. Ein Meilenstein in der Entwicklung der Freiwilligen Feuerwehr Herleshausen.

So eilen wir weiter durch die Geschichte der Herleshäuser Feuerwehr. Halten müssen wir im Jahr 1966. Der Großbrand in Renda, am 12. Oktober, wird vielen noch in Erinnerung sein. Schon in Altefeld leuchtete der Feuerschein den anrückenden Brandschützern entgegen. Es war ein harter Kampf mit den Flammen und es gab kein Wasser! 3 Scheunen und ein Wohnhaus waren nicht mehr zu retten.

Hatte es bis zum ersten Fahrzeug 83 Jahre gedauert, vergingen nur 11 Jahre bis zwei Autos in der Feuerwehr Herleshausen ihren Dienst versahen. Dieses Fahrzeug, mit 2.400 Litern Wassertank, bekam die Gemeinde Herleshausen im Jahre 1969 geschenkt. Dieser schöne Magirus, mit einem Lenkrad so groß wie ein Wagenrad, verbesserte die Ausstattung der Herleshäuser Feuerwehr enorm. Das Fahrzeug wurde am 15. August der Feuerwehr übergeben. Die Freude über den “Tanker” in der Wehr währte jedoch nur sieben Jahre. Denn schon 1976 wurde er vom TÜV aus dem Verkehr gezogen. Es musste also Ersatz her.

Man lies sich Fahrzeuge vorführen und die Gemeinde verhandelte in Wiesbaden mit der Landesregierung über Zuschüsse für ein neues Fahrzeug. Denn 170.000,- DM waren schon damals kein Pappenstiel und bei den Gemeindefinanzen war alles beim alten: Immer noch kein Geld da.

Ein nagelneuer Mercedes, genannt TLF 16/24 konnte am 27. Oktober 1976 im Herstellerwerk abgeholt werden. Dieser war sogar schon mit einer Rettungsschere ausgestattet.

Am 6. Januar 1979 brannte in Breitzbach bei minus 20 Grad eine Scheune … ein „Wasser – Halt“ bedeutete, dass sofort alles zufror, so liefen die Pumpen ununterbrochen. Schläuche ließen sich wie Stangen tragen und das Aauseinanderkuppeln ging nur, nachdem die Kupplungen mit heißem Wasser aufgetaut waren. Das Einfrieren der Feuerwehrmänner verhinderten die Breitzbacher Frauen und das DRK mit vielen heißen Getränken.

Das alte LF 8 war nun auch schon 22 Jahre alt. So wurde am 17. Oktober 1980 ein neues Löschfahrzeug abgeholt. Damit es mit der Verständigung besser klappte, hat der Kreisbrandinspektor der Wehr Herleshausen zusätzlich ein Funkgerät zur Übergabe geschenkt.

Kurze Zeit später wurden die ersten Herleshäuser Feuerwehrmänner zu Atemschutzgeräteträgern ausgebildet.

Für die beiden modernen, großen Fahrzeuge und auch für die vielen Geräte und den damit verbundenen Schulungen war dringend ein neues Gerätehaus nötig. Am 31. Oktober 1981 war es endlich so weit und ein neues modernes Gerätehaus mit Schulungsraum wurde eingeweiht.

Die Zonengrenze, ab den fünfziger und sechziger Jahren immer undurchlässiger öffnete sich in den Siebzigern langsam wieder. Das „Tor nach Thüringen“ tat sich auf und neue Herausforderungen kamen auf unsere Brandschützer zu.

Mit den vielen LKW die durch den kleinen Ort donnerten um den Grenzübergang zu passieren, kamen auch die gefährlichen Güter, die damit transportiert wurden. Herleshausens Feuerwehr musste sich auch gegen diese Gefahren wappnen. So sollte die Feuerwehr die technische Ausrüstung für Gefahrguteinsätze bekommen.

 

Tschernobyl

Als am 1. Mai 1986 beim Ortsbrandmeister das Telefon klingelte und der dann sofort die Feuerwehrkameraden alarmierte, die sich dann um 7.30 Uhr am Gerätehaus trafen, konnte sich keiner auch nur im Traum vorstellen, was auf sie zukam. “In Russland war etwas in einem Kernkraftwerk passiert” so die erste Auskunft. Gefährliche Radioaktivität käme bis zu uns, hieß es weiter. Die Feuerwehrkameraden sollten die Bevölkerung schützen, aber auch gleichzeitig nicht beunruhigen. Tschernobyl war überall. Herleshausen, als Übergang zwischen West und Ost, war auf einmal der Nabel der Welt.

Nur, wie schützt man die Bevölkerung vor der Radioaktivität? Da mussten Experten ran. Nur was tun bis zum Eintreffen der Experten? Erst einmal Warten, Beobachten und die Strahlung messen. Dann kamen die ersten Fachleute, mit ihnen die Berufsfeuerwehr Kassel und das Technische Hilfswerk. Die Feuerwehr Herleshausen unterstützte erst noch die hilflosen Aktionen, dann wurde sie vom Bürgermeister abgezogen. Dar war eine kluge Entscheidung.

Eine moderne Gefahrgutausrüstung mit Schere und Spreizer wurde anschließend im Jahre 1988 angeschafft.

Wieder einmal am Nabel der Welt war die Freiwillige Feuerwehr Herleshausens im Jahre 1989. Nach der Grenzöffnung wurden Millionen D-Mark Begrüßungsgeld mit Unterstützung der Feuerwehrkameraden ausgezahlt.

 

Nach der Grenzöffnung

Mit der Grenzöffnung änderte sich sehr viel in der Freiwilligen Feuerwehr Herleshausen. Die durch die Grenze unterbrochenen Verkehrsverbindungen wie Bundesautobahn und Eisenbahn wurden neu- und ausgebaut.

Ab da bestimmte knallharter Einsatz unter Lebensgefahr im vorbeifließenden Verkehr auf der Autobahn das Handeln der Feuerwehrleute. Da hilft nur gute Ausbildung und viel Vorsicht.

Die Einsatzzahlen stiegen steil an. Die kleine Dorffeuerwehr hat seitdem mehr Einsätze als manche Stadt. Leider mussten auch noch nie so viele Schwerstverletzte versorgt, oder sogar Tode geborgen werden.

Die ersten Frauen traten 1992 in den aktiven Dienst ein und es wurden gleich Neuerungen eingeführt: Die Brandschutzerziehung im Kindergarten und in der Schule wurde ins Leben gerufen.

Seit 1992 wurden die Feuerwehrleute nicht nur mit der Sirene, sondern auch durch Meldeempfänger, den “sogenannten Piepsern” alarmiert.

Was ist aber jeder Verein ohne den Nachwuchs? Damit dieses Problem in Zukunft keines mehr ist, wurde am 14. November 1994 die Jugendfeuerwehr Herleshausen gegründet.

 

Bis Jetzt

Nach 23 Jahren im Einsatz musste ein neues Tanklöschfahrzeug angeschafft werden. 1999 wurde es, nun ein MAN, in Dienst gestellt. Nach den Erfahrungen der letzten Jahre eingerichtet und ausgestattet.

Um die Einsätze in der Großgemeinde mit 10 Ortsteilen besser leiten zu können, wurde ein gebrauchter VW Bus im Jahr 2005 als Einsatzleitwagen angeschafft.

Das alte Löschfahrzeug musste nach 29 Jahren ausgemustert werden. Im Jahr 2009 wurde ein gebrauchtes, modernes Löschfahrzeug mit 1.600 Liter Wassertank und Rettungsgeräten (Schere und Spreizer) in Herleshausen in Dienst gestellt.

Diese nötige Ausstattung an Material und Fahrzeugen ließ das Gerätehaus aus allen Nähten platzen. So wurde, vor allen durch viele Stunden Eigenleistung in den Jahren 2009 bis 2011, das Gerätehaus um einen Stellplatz erweitert. Gleichzeitig wurde es modernisiert und den Bedürfnissen der Feuerwehrleute angepasst.

Die Feuerwehr Herleshausen ist nunmehr eine moderne, gut ausgebildete und ausgerüstete Feuerwehr mit sehr vielfältigen Aufgaben.

Die Zukunft bleibt sicherlich spannend. Problematisch werden vor allem der Mitgliederschwund und die Tagesalarmsicherheit. Schon jetzt gibt es diesbezüglich kaum noch Spielräume. Dankbar sind wir über jeden Mitmenschen, der sich freiwillig bei uns engagieren möchte. Die bundesweite Struktur der Freiwilligen Feuerwehren ist einmalig und vorbildlich. Alle Bundesbürger stehen in der Pflicht, sich für das Allgemeinwohl und dem Erhalt der jetzigen Struktur einzusetzen. Deswegen machen Sie mit und tragen Sie dazu bei … wir freuen uns über Ihr Interesse und Ihre Unterstützung. Machen Sie mit!

 

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