Am vergangenen Freitag fand die diesjährige Jahreshauptversammlung der Feuerwehren der Gemeinde Herleshausen statt – eine Veranstaltung, die eindrucksvoll zeigte, wie viel Einsatz, Verantwortungsbewusstsein und Gemeinschaftsgeist in unseren Wehren steckt.
Rückblick auf ein bewegtes Einsatzjahr
Die Feuerwehren der Gemeinde Herleshausen leisteten im vergangenen Jahr 12.720 Stunden ehrenamtliche Arbeit, verteilt auf 141 Einsatzkräfte. Diese enorme Leistung entspricht 7,6 Vollzeitstellen, die bei realistischer Entlohnung einen Gegenwert von über 500.000 Euro darstellen würden. Dazu kommen 63 Einsätze, darunter schwere Verkehrsunfälle auf der Autobahn A4 sowie ein tragischer tödlicher Arbeitsunfall an der Talbrücke Breitzbach.
Diese Zahlen machen deutlich: Unsere Feuerwehren leisten einen unverzichtbaren Beitrag zum Schutz und zur Sicherheit der gesamten Gemeinde.
Wichtige personelle Veränderungen – ein neues Führungstrio
In diesem Jahr stand eine besondere Wahl im Mittelpunkt:
Daniel Harseim wurde zum neuen Gemeindebrandinspektor gewählt, unterstützt von seinen beiden Stellvertretern Christian Weber und Julian Müller – erstmals in dieser Doppelstruktur.
In einer geheimen Wahl entfielen 54 Stimmen auf Daniel Harseim, während Gegenkandidat Marco Uth 20 Stimmen in einer Kampfabstimmung erhielt. Drei Stimmen waren mit “ungültig” gekennzeichnet. Der Wahl vorausgegangen war der Rücktritt des bisherigen Gemeindebrandinspektors Matthias Sömmer aus gesundheitlichen Gründen.
Daniel Harseim betonte nach seiner Wahl, dass die kommende Amtszeit geprägt sein soll von Zusammenhalt, Wertschätzung und einer gemeinsamen Stimme aller Ortsteilfeuerwehren – ein Ziel, das in einer Zeit wachsender Herausforderungen wichtiger denn je erscheint. Da sind ungeplante Kampfabstimmungen entgegen jeder Absprache sicher nicht der geeignete Weg.
Wachsende Herausforderungen im Einsatzalltag
Wie bereits im Jahresbericht deutlich wurde, stehen unsere Feuerwehren zunehmend unter Druck.
Bereiche, in denen der Personalmangel besonders spürbar ist:
- Tagesalarmbereitschaft
- Atemschutzgeräteträger (nur 33 von 56 einsatzfähig)
- Führungskräfte
- Grundsätzliche Einsatzkräfteverfügbarkeit
Das sogenannte 30/90-Phänomen, wonach 30 % der Mitglieder 90 % der Arbeit tragen, verdeutlicht die hohe Belastung des Kernteams zusätzlich.
Trotz aller Herausforderungen bleibt der Blick nach vorne jedoch optimistisch: Die Ausbildung befindet sich auf hohem Niveau, wie 67 absolvierte Lehrgänge zeigen, und Kinder- sowie Jugendfeuerwehren berichten von stabilen und motivierten Gruppen.
Ehrungen, Beförderungen und tiefer Dank
Ein bedeutender Teil der Versammlung galt den zahlreichen Ehrungen und Beförderungen, die das große Engagement unserer Einsatzkräfte würdigen. Vertreter des Landkreises, der Gemeinde und der Kreisjugendfeuerwehr betonten in ihren Grußworten die hohe Qualität der Arbeit und die Wichtigkeit funktionierender Nachwuchsarbeit.
Auch in deinem eigenen Jahresrückblick wurde noch einmal unterstrichen, wie viel Leidenschaft und Verantwortung hinter dem Ehrenamt steht. Es ist ein Engagement, das mit keinem anderen Hobby vergleichbar ist – und das unserer Gesellschaft bewusst sein muss.
Ein Appell an die Gemeinschaft
Die Herausforderungen, vor denen unsere Feuerwehren stehen, können nicht allein innerhalb der Organisation gelöst werden.
Sie betreffen uns alle:
- unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt
- unsere Bereitschaft, Verantwortung zu tragen
- unseren Umgang mit zunehmender Bürokratie
- und unseren Respekt für diejenigen, die täglich für Sicherheit sorgen
Daniel Harseim brachte es auf den Punkt, indem er ein Zitat des Regierungspräsidenten wiederholte:
„Wenn das Ehrenamt wegbricht, bleibt nur die Pflichtfeuerwehr – aber das kann doch niemand wollen.“
Gemeinsam in die Zukunft
Trotz aller Schwierigkeiten überwiegt der Stolz:
auf die geleistete Arbeit, auf den Zusammenhalt in allen Ortsteilen und auf die Bereitschaft so vieler Menschen, sich auch weiterhin für die Gemeinschaft einzusetzen.
Wir sagen Danke an alle, die ihr Ehrenamt mit Freude, Kameradschaft und Leidenschaft ausüben.
Ihr seid das Herz unserer Feuerwehren – und die Grundlage einer sicheren und starken Gemeinde.
Alle Beförderungen
Feuerwehrfrau / Feuerwehrmann – Anwärter/in
- Archfeld: Niklas Faber
- Unhausen: Levin Hohlbein
- Wommen: Mareike Müller, Sascha Brack
Feuerwehrfrau / Feuerwehrmann
- Breitzbach: Marie-Theres Cott, Johannes Stöhr
- Brandenfels: Lars Gisselmann, Carolin Gisselmann
- Herleshausen: Mara Schönrock, Pascal Kämpf, Tim Wittich
- Wommen: Fabian Stoppek, Justin-Wolfgang Renneisen
- Unhausen: Annika Boschen
Oberfeuerwehrmann
- Archfeld: Lukas Faber
Hauptfeuerwehrfrau / Hauptfeuerwehrmann
- Archfeld: Anna-Lena Saur
- Herleshausen: Dorian Stein
Löschmeisterin / Löschmeister
- Herleshausen: Selina Walter
- Willershausen: Moritz Janus, Tom-Leon Margraf
- Wommen: Laura Carl
Oberbrandmeister
- Willershausen: Julian Müller
- Herleshausen: Dorian Stein
Ehrungen & Anerkennungsprämien
Brandschutzehrenzeichen – Silber (25 Jahre aktiver Dienst)
- Brandenfels: Tristan Gonnermann, Markus Gutjahr
- Wommen: Andre Borghorst
Brandschutzehrenzeichen – Gold (40 Jahre aktiver Dienst)
- Hochplateau: Michael Janus, Marco Uth
- Unhausen: Armin Schalles, Bernd Nölker
- Breitzbach: Eckhardt Stöhr
Anerkennungsprämien
10 Jahre
- Herleshausen: Matthias Koch, Daniel Ruch, Sven Manß, Michael Baum
- Hochplateau: Magdalena Riemann
- Wommen: Laura Carl
- Unhausen: Julian Nölker, Mahlon Henning
20 Jahre
- Herleshausen: Susanne Carl
40 Jahre
- Unhausen: Bernd Nölker, Armin Schalles
- Brandenfels: Volker Wiegand
- Herleshausen: Michael Ruch
- Hochplateau: Volker Wetterau



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